MacBook und Pommes

3. Juni 2006 - kurz vor Mittag

Pommes Currywurst im roten PackpapierNachdem ich ca. 20 mal täglich die Bestellstatus Seite im Apple Store aufgerufen und meinen Bekanntenkreis und die Mitarbeiter von TNT an den Rand des Wahnsinns getrieben habe, ist es nach einem kleinen Umweg (falsche Stadt) endlich bei mir in Münster angekommen - mein neues Mac Book. Schon zwei Tage vorher wurden die beiden 2 GB Speicherriegel geliefert, kaltes Bier gab es auch im Kühlschrank, es war also alles vorhanden, um einen einsamen aber wunderschönen Apple Abend zu feiern.

Da stand es nun auf meinem Küchentisch, schneeweiss und irgendwie kleiner als ich es mir vorgestellt habe. Manche Menschen riechen ja an ihren neuen Büchern, andere geniessen den Geruch im Innenraum ihres neuen Autos. Als Kind des Ruhrgebiets erinnere ich mich gut daran, wenn ich mit meiner Mutter zur nächsten Pommesbude (sagt man bei uns so) gefahren bin und auf dem Rückweg der Geruch des roten Einpackpapiers, Currywurst und Pommes-Majo das Auto durchzog und meine Vorfreude steigerte. Das neue MacBook roch noch ganz neu nach Kunststoff und irgendwie musste ich an die Pommesfahrten von früher denken. Ja, man hat schon so seine Eigenarten - naja ich jedenfalls.

O.K. - an die Arbeit. Zunächst musste der Speicher eingebaut werden, mein MacBook sollte niemals mit den lächerlichen 512 MB zurecht kommen müssen. Akku raus und - uups: Minischrauben verwehren den schnellen Einbau, ein Winzschraubendreher musste her und der war gar nicht so einfach in meinem Haushalt zu finden. Dann hat sich auch noch eine Schraube hartnäckig geweigert, aber irgendwann war es dann geschafft, schon erreichte mich der nächste Rückschlag: Per Firewire Kabel mit dem G5 verbunden, zeigte mir der Kleine ein Übertragungszeit von 4,5 Stunden an. In dieser Zeit kann man an keinem der beiden Macs irgendetwas tun. Das reduzierte sich aber ziemlich schnell, zwei Stunden waren es am Ende dann immer noch. Die Zeit habe ich mit dem Kauf einer externen Festplatte überbrückt, nachdem ich bemerkt habe, dass selbst die 120 GB Festplatte im Mac Book wahrscheinlich für Musik und meine Fotosammlung allein nicht ausreichen würde. Irgendwann waren die Daten rübergeschaufelt und ich konnte das Mac Book das erste mal richtig starten. Wow, was für ein Display, diese Farben und die Schärfe - einfach toll.

Ich hatte Tags zuvor eine Keynote für eine Website Präsentation mit einigen rechenleistungs hungrigen Effekten erstellt, die auf meinem iMac G5 noch gut, teilweise aber auch ein ganz kleinen wenig ruckelig lief. Das sollte mein erster Test fürs Mac Book werden. Die positive Überraschung: die Präsentation lief deutlich flüssiger als auf dem iMac. Klasse. Der nächste Test: Photoshop gibt es ja noch nicht als Universal Version, aber ich benötige es natürlich für meine Arbeit. Auch hier kein Problem, PS läuft unter Rosetta absolut akzeptabel und hat mich meine erste Idee, PS unter Windows auf dem Mac Book zu nutzen, wieder vergessen lassen. Die Auflösung von 1280 x 800 ist genial und lässt das Arbeiten selbst ohne externen Bildschirm zu. Als nächste werde ich nun Bootcamp und Parallels installieren und testen, welche Lösung sich zum Testen von Applikationen und Sites in Windows Browsern besser eignet. Fazit: Der erste Eindruck nach einigen Stunden Beschäftigung mit dem Mac Book ist einfach nur positiv, wirklich genial das Teil.

Jetzt hol ich mir erstmal ‘ne Pommes.

3 Komentare zu “MacBook und Pommes”

  1. Philipp:

    Servus Michael,
    ich glaube es ist hinfällig Dir zunächst ein Kompliment für die Seite auszusprechen. Dass diese durch ihr schlichtes Design besticht, weißt Du als Profi sicher am besten.
    Hier nun zum eigentlichen Teil meines Kommentars: Ich spiele auch schon seit einigen Wochen mit dem Gedanken mir das neue Mac Book zuzulegen. Zu 90% Prozent ist die Entschiedung auch schon gefallen. Aber ein paar kleine [vielleicht eher unbedeutende Fragen sind bei mir noch offen geblieben]. Du bist zwar voll des Lobes für das Hochglanz-Display, aber gibt es da nicht auch Nachteile? Darf ich mir das wie bei meinem TV vorstellen? Den musste ich nämlich ewig zurechtrücken um keine nervigen Spiegelungen ertragen zu müssen. Für ein mobiles Gerät wäre das natürlich ein wenig komplizierter… aber im Endeffekt gäbe es dafür ja auch passende Folien. Ob man damit allerdings sein Display versauen will, ist und bleibt die andere Frage.
    Das nächste was ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ist wie lange denn eigentlich die Akkuhaltezeiten sind? Apple selbst macht dazu keine Angaben. Gibt es da schon einen Erfahrungsbericht? Kann ich nun von München nach Hamburg fahren ohne mich in der Bahn auf die lästige Suche nach einer Steckdose zu machen?
    Zugegeben das sind alles ziemlich unwichtige Fragen. Interessiern würde es mich trotzdem. Freu’ mich auf deine Antwort, Philipp

  2. Billy:

    Hi Phillip,

    also unbedeutend finde ich deine Fragen nicht.

    Also, das Display ist Klasse, die Vorteile überwiegen deutlich. Der Bildschirm ist unheimlich leuchtstark, alles schaut gestochen scharf aus und die Farben sehen toll aus. Das Schwarz ist schwärzer als alles was ich bisher gesehen habe - einfach Klasse. Aber das Display spiegelt, ganz klar! Störts? Nö, eigentlich nicht. Man muss sich vielleicht ein wenig daran gewöhnen, dann fällt es einem überhaupt nicht mehr auf. Ich schreibe das hier gerade im Garten bei starken Licht und Schatten Kontrasten und sehe, wenn ich meine Augen darauf fokussiere, die Umgebung hinter mir auf dem Display. Ist aber überhaupt nicht schlimm.

    Die Akkulaufzeit ist gut, ich schätze mal so 3 - 3,5h, sollte also gerade eben so reichen für die Bahnfahrt, kommt aber auch darauf an was du so mit dem Mac Book machst. Vielleicht musst du in der letzten halben Stunde noch in der Biographie von Steve Jobs lesen ;)

    Also ich kann dir zum Kauf nur raten, das Ding ist toll und macht unheimlich Spass. Nur zu warm wirds mir damit manchmal. Das ist das einzige Manko was ich so sehe.

    Und vielen Dank für dein Lob über die gestaltung des Blogs, das hat mich sehr gefreut :)

  3. Philipp:

    Cool, danke! Jetzt hab’ ich einen Erfahrungsbericht aus erster Hand. 3,5 Stunden reicht zwar nicht ganz von München nach Hamburg aber vernünftig klingt das trotzdem. Und vielleicht muss man sich einfach nur an das glossy Display gewöhnen. Scheint ja seine Vorteile zu haben. Das mit der Hitze ist allerdings ein Nachteil. Mein letztes Notebook ist gerade erst einen kläglichen Hitzetod gestorben. Vielleicht diesmal einfach gleich von Beginn an auf den Laptop-Stand stellen…
    Eigentlich dürfte das bei Apple nicht mehr passieren. Stutzig macht mich nur ein wenig der verhältnismässig geringe Preis. Heißt das, dass Apple jetzt auch nicht mehr qualitativ hochwertig verarbeitete Notebooks herstellt? Aber vielleicht bin ich da einfach nur zu skeptisch.

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