Ordentlich In2 Fettnäpfchen

7. April 2007 - kurz vor Mittag

NaseEigentlich ist doch alles in Ordnung. Da denken ein paar Leute, dass sie uns alle - wie aus Werbung 1.0 gewohnt - mal ordentlich verarschen können und bemerken jetzt: nö, geht gar nicht und bekommen dafür ordentlich eins übergebraten. Die Story in aller Kürze: “Für die Markteinführung des neuen Dufts von Calvin Klein IN2U wurde d.k.d mit der Konzeption und Durchführung einer Online Marketing Kampagne beauftragt”. So stand es bis vor kurzem noch auf der Referenzliste des Domaininhabers von technosexual.de, der Domain unter der das Duft-Blog von Tomek zu finden ist.


Ich stell mir das so vor: PR-Meeting mit dem Kunden, es geht um den neuen Calvin-Klein-Duft. Die Agentur hält einen Vortrag über Viral Marketing, Communities und das Social Web. Die erste Idee in Second Life eine Parfümerie zu eröffnen kommt nicht an. Zu wenig entwickelt sind die technischen Möglichkeiten Gerüche über DSL direkt in die Nasen der Kundschaft zu befördern. Da machen wir ‘ne hippe riesen Blog-Sache draus, trifft da schon eher auf wohlwollendes Nicken in der Runde. Aber braucht man da nicht auch Leser die das Blog besuchen? Kein Problem, wir setzen mehrere potemkinsche Blogs parallel auf, die sich gegenseitig kommentieren und lassen bezahlte Fake-Blogger die Weblogs der A-Elite besuchen. Dort hinterlassen die dann wiederum in geistreichen Kommentaren ihre Blog-URL und - ruck zuck - haben wir die Bude voll. Trendiger geht es gar nicht mehr und die Kosten sind gleich null. Denkste! Die ganze Story möchte ich hier nicht noch mal ausbreiten, dass haben andere bereits ausgezeichnet aufgearbeitet. So findet man im Weblog Wortfeld von Alexander Svensson die komplette Story in mehreren Teilen zum nachlesen.

Warum regen sich denn überhaupt so viele darüber auf? Ist ja nun wirklich nichts neues, dass in der Werbung gefakt wird oder? Genau, aber das war Werbung 1.0. Wer im Social Web mitmischen möchte, sollte sich hier auch auskennen und dessen Prinzipien beachten. Hier spielen andere Faktoren eine Rolle: zum Beispiel Authentizität. Sonst glaubt bald keiner keinem und deshalb ist es auch richtig und wichtig, dass sich A-Blogger wie Don Alphonso wehren und den Verursachern eine gesalzene Rechnung präsentieren.

By the way: Mann, hat das Zeugs eigentlich mal jemand wirklich gelesen? Also, wenn Ihr liebe Wir-faken-einen-blog-viral-marketing-spezialisten noch mal an so etwas ran geht, dann schreibt doch bitte eure Beiträge nicht in einem so künstlichen, langweiligen Stil. Gebt euch doch wenigstens Mühe oder bezahlt ein paar ordentliche Texter.

Gestern hat uns Tomeck noch “besonders dicke Eier” *brüll* auf seinem Blog gewünscht. Ich glaube die haben er und die Leute von der Agentur auch mittlerweile, aber das wohl hat nichts mit Ostern, sondern eher mit einer ausgewachsenen Orchitis zu tun.

Frohe Ostern

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