Startup Startseiten starten

3. November 2007 - im Morgengrauen

Die Startseiten einiger bekannter, großer Social Networks sind minimalistisch, um nicht zu sagen kahl. So verrät Facebook äußert wenig über die Funktionsvielfalt und die Möglichkeiten die hinter der Registrierung liegen.

Andere wie my-space oder friendster dagegen überfordern mit visuellem Overkill und zu viel Informationen. Wahrscheinlich hat es Facebook in der Art eines Spitzenrestaurants oder angesagten Clubs auch gar nicht nötig, irgendetwas vorab zu erläutern oder für sich zu werben, das erledigen andere und eigentlich will sowieso irgendwann jeder hinein. Die allermeisten Web 2.0 Anwendungen stehen aber vor der Aufgabe, bereits auf der Startseite mit möglichst wenig Aufwand zu erzählen, was den potenziellen Nutzer nach der Registrierungsprozedur erwartet. Für diese Aufgabe finde ich den Hinweis eines großen amerikanischen Erzählers, dem Kurzgeschichtenautor Raymond Carver hilfreich, dessen minimalistischer Stil meiner Meinung nach gut zu den Anforderungen einer gelungenen Startseite passt:

“Ich denke die Aufgabe eines Kurzgeschichtenautors ist es, alle Kraft daran zu setzen, diese eine Sekunde festzuhalten, in der es geschieht, den Moment, bevor die Tür für immer zuschlägt, die Sekunde, in der ein Satz nicht ausgesprochen oder nicht zu Ende gesprochen wird. Er muss versuchen zu zeigen, wie die Dinge sein könnten, um daraus zu erklären, weshalb sie sind, wie sie sind.”
Raymond Carver in On Writing

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