Barcamp Ruhr is fettich
16. März 2008 - am frühen Abend
Das Barcamp im Pott ist vorbei, ich war am Samstag dabei, hielt eine Session und bin mit gemischten Gefühlen noch am gleichen Tag, sehr spät Abends wieder Richtung Münster gefahren. Hier ein kleiner Rückblick.
Leider ist auch noch heute mein nachhaltigster Eindruck die Sache mit den gestohlenen Laptops, iPods und was weiß ich nicht noch alles. Irgendwelche Typen sind wohl am Abend durch die Räumlichkeiten gegangen, haben einiges an Hardware abgegriffen und sich dann durch den Notausgang aus dem Staub gemacht. Es wurde wohl Alarm ausgelöst, genutzt hat es aber trotzdem nichts: Nur eine leere Tasche hat man noch gefunden. Auch Katti, eine der Organisatorinnen hat es erwischt: Ihr iBook ist nun auch weg. Das ist eine verdammte Schande. Wie konnte das passieren? Naja, wir haben ja alle mittlerweile haufenweise Zeugs dabei: Laptops, Digicams, Handies, iPods etc. Ganz schön viel Schlepperei, da wurde schon mal eben eine Zigarette geraucht und das ganze dabei nicht unbedingt mit raus geschleppt. Galt auch für mich, ich hatte nur Glück. Man dachte halt, dass sowieso niemand was wegnimmt, wir sind doch alle Barcamper und so. Das wird sich jetzt in Zukunft sicherlich ändern. Das diesmal was geklaut wurde, hat auch nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass das Barcamp diesmal in einer offenen Location stattgefunden hat, in der auch Nicht-Barcamper vor Ort waren. Machen wir uns nichts vor, die Formel Barcamper = keine Diebe kann funktionieren, muss sie aber nicht. Denn bei ca. 160 Barcampern insgesamt, davon wiederum ca. 80 Neulingen, wer möchte denn da wirklich die Hand ins Feuer legen, dass jeder davon eine gewisse Barcamp Haltung verinnerlicht hat? Unmöglich. Die Barcamps werden halt größer und es sind unheimlich viele verschiedene Leute da. Das ist ja auch gut so. Dann wegen der Diebstähle am Sonntag nicht mehr hinfahren zu wollen, wie ich von einigen gehört habe, ist vollkommener Quatsch. Das ist nun mal Realität. Ich möchte auf jeden Fall mit einer kleinen Spende den Bestohlenen helfen, möglichst schnell wieder an ihre Hardware zu kommen. Für Backups habt ihr ja hoffentlich selbst gesorgt ;)
OK, das soll jetzt aber erst einmal gewesen sein mit den schwarzen Gedanken. Was gab es sonst? Eine sehr schöne, enspannte Location mit leichtem Hippietouch (Aushang im Klo: Schamanisches Reisen, bitte bringt euren Heilstein mit), eine alles in allem gelungene Organisation (vielen, viele Dank), sehr nette Leute, die ein oder andere gute Session und lecker Kaffee.
Nachdem ich selbst eine Session zum Thema “Präsentieren für Webworker” gehalten habe, war ich Zuhörer bei Christians interessanter Data Portability Vorstellung, bei der nur die anschließende Diskussion noch etwas lebhafter hätte ausfallen können. Darauf folgte Olivers interessant und charmant vorgetragener Klassiker über China und das Web2.0, dann eine für mich ganz persönlich zu programmiererlastige “Workflow für Webworker” Session von meinem Münster-Buddy Sam, eine “Wir machen was mit Fotocomics” Session, die ich absolut nicht verstanden habe und anschießend eine von Stefan geleitete Webkrauts Session zum Thema “Zukunft der Webstandards”. Nachdem ich von Markus daran erinnert wurde, dass ich ja auch ein Webkraut bin (ach ja …) und teilnehmen sollte, habe ich mich dazu gesellt. Es war sehr interessant, so dass ich darüber unbedingt noch einen eigenen Beitrag schreiben muss, da ich den Eindruck habe, dass ich zum Thema eine ziemlich andere Haltung habe, als die meisten anderen im Raum - zumindest von denen, die den Mund aufgemacht haben. Denn: NEIN, ich finde nicht, dass Kunden die falschen Ansprechpartner für Webstandards-Überzeugungsarbeit sind, ich finde NICHT dass es schwierig ist Kunden von deren Wichtigkeit zu überzeugen und ich sehe auch NICHT schwarz für Webstandards und noch einiges mehr was ich NICHT so sehe. Aber wie gesagt, das möchte ich hier im Barcamp Rückblick gar nicht verwurstet. Da brauchts ein eigenes Post.
Was war nicht so gut? Die Slots fielen mit einer halben Stunde viel zu kurz aus, obwohl das bei der relativ geringen Anzahl an Sessionvorschlägen gar nicht notwendig gewesen wäre und bitte: Lasst uns doch mal pünktlich anfangen. Wenn sich erst 160 oder was weiß ich wie viele Leute vorstellen und taggen müssen und man damit erst um 11 Uhr anfängt, ist nach der Sessionvorstellung bereits der halbe Tag rum - schade. Aber vielleicht denke ich auch nur so, weil mich wirklich die Sessions interessieren. Meet & Greet ist mir zwar auch wichtig, aber ich bin nun mal wegen der Sessions da.
Durch das große, sehr verwinkelte Haus verliefen sich, spätestens am Abend die Barcamper ziemlich. Ich habe auch den Eindruck, dass viele nach der letzten Session, zumindest nach der lustigen PowerPoint Karaoke direkt ausgeflogen sind. Die wirklich gute Band spielte nur noch vor gefühlten 10 Personen. Sehr schade, ich hätte mir da noch etwas mehr Beisammensein gewünscht.
Insgesamt hat es mir in Essen gut gefallen, ich habe endlich mal Markus und auch kurz Sascha kennengelernt und jetzt (nach einem kleinen Hänger) wieder Spaß am Barcampen bekommen und werde beim nächsten (Offenbach, oder?) auf jeden Fall wieder dabei sein. Diesmal dann auch wieder an allen Tagen.
16. März 2008 um 22:32
[…] Berichte zum Barcamp findet ihr bei Bertdesign, StyleSpion, Webmaster-Blog, Billyblog, MichaelB und vielen mehr… Fotos gibt es bei […]
17. März 2008 um 13:55
neee! Offenburg heißt die Location des kommenden Barcamps… Hoffe man trifft sich!
Maxx